Schau dir das Video an und erfahre mehr über Bibliometrie.
Qualitative Bewertungsmethoden werden häufig aufgrund ihrer Subjektivität kritisiert. Bei der Bewertung von Information kann man aber ebenfalls auf (mutmaßlich) objektivere Methoden zurückgreifen. Quantitative, also mess- und zählbare, Kennzahlen sind dafür die Grundlage. Übergeordnet wird dies als Bibliometrie bezeichnet (aus dem Griechischen: „biblion“ das Buch und „métron“ das Maß)
Was misst die Bibliometrie?
Anders als die qualitativen Methoden zur Informationsbewertung misst die Bibliometrie mit mathematischen und statistischen Analysen die wissenschaftliche Bedeutung von Werken, Personen oder Institutionen. Es sind also berechnete Kennzahlen.
Was ist die Grundlage von Bibliometrie?
Das Zählen von Veröffentlichungen und Zitaten (= Zitationsanalyse)
ist die Grundlage der Bibliometrie. Die Bibliometrie basiert dabei auf
Auswertungen großer Datenmengen aus
Zitationsdatenbanken/Publikationsdatenbanken (Web of Science, Scopus)
und Suchmaschinen (Google Scholar). Da in diesen vor allem Artikel aus
Fachzeitschriften erfasst werden, liegt der Fokus dementsprechend auf
veröffentlichten Artikeln und nicht auf dem gesamten Publikationsaufkommen.
Abb.: Illustration Arbeitsplatz.
Wobei hilft Bibliometrie?
Durch bibliometrische Verfahren können Forschungstrends und deren Entwicklung identifiziert werden. Das Web of Science prognostiziert beispielsweise Vorhersagen zu künftigen Nobelpreisträger*innen. Abgesehen davon können Rückschlüsse zur wissenschaftlichen Publikationsleistung gezogen werden, wodurch auch die Sichtbarkeit im internationalen Vergleich verdeutlicht werden kann. Bibliometrie hilft auch bei der Erstellung von quantitativen Rankings, beim Wissenschaftsmanagement und bei der Zeitschriftenauswahl einer Bibliothek.
Wo findet man bibliometrische Indikatoren?
Im Bereich der Bibliometrie gibt es autorenbezogene, zeitschriftenbezogene und publikationsbezogene Indikatoren. Die bedeutendsten Kennzahlen (u. a. Journal Impact Factor, Hirsch-Index) werden von den großen Literaturdatenbanken bereitgestellt. Diese umfangreichen Datenbanken sind aber i. d. R. kostenpflichtig, also solltest du zunächst überprüfen, ob deine Bibliothek sie lizenziert hat.
MERKE: Bibliometrische Indikatoren können als Methode zur Informationsbewertung herangezogen werden, sollten aber immer noch zusätzlich mithilfe anderer Methoden bestätigt werden. Vor allem die inhaltliche Überprüfung (der vorliegenden Information) sowie die Einordnung der Ergebnisse muss zusätzlich stattfinden!