• Fake News in sozialen Medien


    •     BEACHTE: Insbesondere soziale Netzwerke spielen bei der Verbreitung von Fake News eine spezielle Rolle. Fake News können sich innerhalb sozialer Netzwerke besonders gut und schnell verbreiten. Ein Problem besteht darin, dass Fakten und Meinungen in sozialen Medien ineinander verschwimmen und nicht klar voneinander getrennt werden. Trotzdem werden soziale Medien häufig, zumindest zu einem gewissen Anteil, als Nachrichtenquelle genutzt.



    • Facebook selbst gibt an, die Verbreitung von Falschmeldungen zu bekämpfen. In bestimmten Ländern arbeitet Facebook beispielsweise mit unabhängigen Faktenprüfer*innen zusammen, die potenzielle Fehlinformationen identifizieren und prüfen. Als falsch erkannte Inhalte werden nicht entfernt, sondern nur mit einem Hinweis versehen und erscheinen im News Feed weiter unten. 2018 hat Facebook außerdem „Richtlinien zur Verfolgung und Behandlung von Falschmeldungen“ veröffentlicht. Wenn man auf Facebook Fake News entdeckt, können die entsprechenden Beiträge gemeldet werden, indem man auf die obere rechte Ecke des Beitrages und dann auf „Support erhalten oder Beitrag melden“ klickt. Dort kann man auswählen, dass es sich um Falschinformationen handelt und angeben, dass der entsprechende Beitrag als Falschmeldung markiert werden sollte.

      Twitter ging bisher gegen Falschmeldungen vor, indem ausgewählte Tweets mit entsprechenden Warnhinweisen versehen oder gänzlich gelöscht wurden. Seit Januar 2021 testet Twitter mit Birdwatch eine neue Möglichkeit, um Tweets auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Ausgewählte Nutzer*innen können Notizen zu irreführenden Tweets verfassen. Nach der Testphase soll diese Funktion für alle Nutzer*innen zur Verfügung stehen. Inwieweit Twitter gegen die Verbreitung von Fake News innerhalb der Notizen vorgehen will, ist noch unklar. Eine Studie, die die Verbreitung von Fake News auf Twitter untersucht hat, kam zu dem Ergebnis, dass falsche Nachrichten sich auf Twitter wesentlich schneller verbreiten als wahre Nachrichten. Auch auf Twitter besteht die Möglichkeit, einen bestimmten Tweet zu melden. Hier kann die Meldung allerdings nicht damit begründet werden, dass es sich um Falschinformationen handelt, es kann lediglich ausgewählt werden, dass kein Interesse an dem Tweet besteht, dass es sich um Spam handelt, dass der Tweet missbräuchlich oder schädlich ist, dass die Beschwerde durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz gedeckt ist oder dass der Tweet selbstverletzende oder suizidale Intentionen ausdrückt.

      Eine Untersuchung hat ergeben, dass Instagram mehr Interaktionen im Hinblick auf Fake News aufweist als Facebook und Twitter. Da Instagram außerdem hauptsächlich mit Bildern arbeitet, die Emotionen bei den Nutzer*innen hervorrufen, könnten Fake News sich auf Instagram besonders gut verbreiten. Instagram spricht außerdem diversere Zielgruppen an als Facebook und Twitter und erreicht so noch mehr Menschen. Laut eigenen Angaben arbeitet Instagram mit unabhängigen Faktenprüfer*innen zusammen. Erkennen diese Fake News, sollen die entsprechenden Beiträge mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden, gelöscht werden sie allerdings nicht. Auf Instagram besteht ebenfalls die Möglichkeit, Beiträge zu melden, die als Fake News erkannt wurden. Die gemeldeten Beiträge würden dann durch externe Stellen überprüft. Handelt es sich tatsächlich um Fake News, werden die Beiträge zwar nicht gelöscht, aber sie werden nicht mehr unter den Hashtags angezeigt, was die Verbreitung der Fake News bereits erheblich eingrenzen würde.

      Auch auf der Videoplattform YouTube können sich Fake News verbreiten, wie man am Beispiel Falschmeldungen zum Coronavirus sehen kann. Von über 1.800 Hinweisen über Falschmeldungen lassen sich 46% auf YouTube zurückführen. Als Reaktion wurden Videos zu diesem Thema mit dem Hinweis markiert, dass „[a]ktuelle, wissenschaftliche Informationen […] bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ zu finden seien. Zusätzlich wurden Videos gelöscht, die deutliche medizinische Fehlinformationen enthielten. Auf YouTube können einerseits Nutzer*innen und andererseits Videos gemeldet werden. Dabei kann man verschiedene Gründe angeben. Bei Nutzer*innen, die Fake News verbreiten, kann der Grund „Spam und Betrug“ ausgewählt werden. Für die Meldung von einzelnen Videos, die Fake News verbreiten, eignet sich die Kategorie „Spam oder irreführende Inhalte“. Gemeldete Inhalte werden geprüft und bei Verstoß gegen die Community-Richtlinien gelöscht. Dort werden Fake News nicht explizit erwähnt, allerdings ist hier festgelegt, dass auf YouTube kein Spam, Betrug oder andere betrügerische Praktiken erlaubt sind, die die YouTube-Community ausnutzen (explainity ® Erklärvideos 2017.).

      WhatsApp verbindet man im Zusammenhang mit Fake News vor allem im Hinblick auf das Weiterleiten von Kettennachrichten. Um die Verbreitung einzudämmen, werden Nachrichten, die mindestens fünf Mal vom ursprünglichen Absender weitergeleitet wurden, als „häufig weitergeleitet“ gekennzeichnet. Nachrichten können maximal an fünf Chats gleichzeitig weitergeleitet werden, häufig weitergeleitete nur ein Mal. Neben einigen häufig weitergeleiteten Nachrichten findet sich eine Lupe, mit der der Wahrheitsgehalt direkt im Web geprüft werden kann. Konkret etwas gegen die Verbreitung von Falschmeldungen auf WhatsApp zu unternehmen, gestaltet sich allerdings sehr schwierig, da die Nachrichten nicht öffentlich zugänglich sind und von den Betreibern von WhatsApp nicht mitgelesen werden können. Auf WhatsApp können Kontakte zum einen blockiert oder gemeldet werden. Wenn man einen Kontakt oder eine Gruppe bei WhatsApp meldet, weil sie zum Beispiel „problematische Inhalte oder Spam" wie Fake News verbreiten, erhält WhatsApp in der Folge die neuesten Nachrichten von dem*der gemeldeten Benutzer*in oder einer Gruppe. Wenn man auf WhatsApp eine Falschnachricht erkannt hat oder dies zumindest vermutet, kann diese außerdem mithilfe eines Faktenprüfungs-Chatbots überprüft werden. In Deutschland wird diese Aufgabe vom Recherchezentrum Correctiv übernommen. Die Nummer des ChatBots von Correctiv lautet „+49 151 17535184“.

      Auch die Videoplattform TikTok wird als Nachrichtenquelle genutzt. Zur Bekämpfung von Fake News geht TikTok mit einem Warnsystem vor, welches Videos mit nicht bestätigtem Inhalt kennzeichnet. Dabei werden grundsätzlich alle Videos gekennzeichnet, deren Inhalt nicht von Faktenprüfer*innen bestätigt werden konnte. Auf TikTok können, genau wie auf YouTube, einzelne Inhalte oder Nutzer*innen gemeldet werden sollen. Um ein Video zu melden, klickt man in der rechten oberen Ecke des Videos auf das Flaggensymbol und wählt einen Grund aus: bei Fake News, dass es sich um „Betrug und Schwindel“ handelt. Um eine*n Nutzer*in zu melden, klickt man innerhalb des Nutzer*innenprofils auf die drei waagerechten Punkte und dann wiederum auf das Flaggensymbol. Hier kann ausgewählt werden, ob das Konto oder Inhalte gemeldet werden soll. Soll das Konto aufgrund von Fake News gemeldet werden, kann man hier als Grund auswählen, dass der*die Nutzer*in „unangemessene […] Inhalte […]“ postet.

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