Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Social Bots Grundsätzlich kann zwischen „guten“ und „schlechten“ Social Bots unterschieden werden. „Gute" Social Bots werden beispielsweise dazu eingesetzt, auf Twitter die neuesten Schlagzeilen zu verkünden oder Newsfeeds aus verschiedenen Quellen zu aggregieren. „Schlechte" Social Bots werden dagegen zur Manipulation von Verhaltensweisen oder Einstellungen eingesetzt. Sie treten in sozialen Netzwerken in Form von „unechten Profilen“ auf, geben also vor, echte Menschen und nicht Computerprogramme zu sein. Durch die programmierte Interaktion von Social Bots kann die Reichweite von Beiträgen, sowohl von echten als auch von falschen, drastisch vergrößert werden. Nutzer*innen werden in die Irre geführt, da der Eindruck entstehen kann, dass ein Beitrag bei vielen Zustimmung findet, obwohl dies in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist. „Schlechte" Social Bots können somit auch maßgeblich zur Verbreitung von Fake News oder als Mittel zur Propaganda eingesetzt werden.
Welche Akteur*innen setzen Social Bots ein?
Abb. Akteur*innen, die Bots nutzen.
Bei Twitter werden Social Bots am häufigsten eingesetzt. Aufgrund der Kürze der Tweets benötigen die Bots nur geringe Sprachkenntnisse, um unerkannt zu bleiben und sind deswegen einfacher zu programmieren als Social Bots, die beispielsweise auf Facebook eingesetzt werden sollen.
Rechtslage
Grundsätzlich ist der Einsatz von Social Bots nicht
verboten, allerdings steht die Handhabung sozialen Netzwerken frei. Facebook verbietet den Einsatz von Social Bots
beispielsweise, solange keine Erlaubnis dazu erteilt wurde.
Wie kann man Social Bots erkennen?
Social Bots zu erkennen ist nicht immer einfach. Mit der Weiterentwicklung der Technik, vor allem im Hinblick auf die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz, dürfte es in Zukunft immer schwieriger werden, sie zu erkennen. Diese Aspekte können aber Hinweise liefern, ob es sich um Social Bots handelt oder nicht:
Was wird in den Profilangaben preisgegeben? Gibt es nur wenige oder seltsame Informationen? Wie lange existiert der Account bereits und was für Inhalte wurden veröffentlicht? Bei neuen Accounts oder solchen, die nur wenige oder widersprüchliche Informationen geben, könnte es sich eher um einen Social Bot handeln.
Wie reagiert ein Profil auf einen Post? Sind die Reaktionen immer ähnlich bzw. gleich? Dies ist ebenfalls ein Hinweis auf einen Social Bot.
Was für Kontakte hat das Profil und für welche Themen scheint es sich zu interessieren? Echte Profile weisen einen diversen Umgang mit unterschiedlichen Kontakten und mit unterschiedlichen Themen auf. Social Bots beschränken sich dagegen in der Regel eher auf ein Thema und haben ihre Freunde und ihr Netzwerk um ein bestimmtes Thema herum aufgebaut.
Wie schreibt das Profil? Wenn immer wieder dieselbe Grammatik oder Wörter verwendet werden, kann dies auf einen Social Bot hinweisen.
Wann kommentiert das Profil Inhalte? Social Bots können auf neue Inhalte wesentlich schneller reagieren, als dies für Menschen möglich wäre: Sie antworten innerhalb von Sekunden auf einen Beitrag oder über einen kontinuierlichen Zeitraum täglich ungewöhnlich viel.
TIPP: Um bei Twitter einen Account auf seine Echtheit zu prüfen, kann die Webseite Botometer helfen. Der Name des zu überprüfenden Twitter-Accounts wird der Webseite übergeben, woraufhin eine Punktezahl von 0-5 vergeben wird. Je mehr Punkte ein Account erhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich um einen Social Bot handelt. Die Berechnung erfolgt über eine API-Schnittstelle, die die Daten des zu überprüfenden Kontos abruft und mit zehntausenden Beispielen vergleicht.
Beispiel: Der Einsatz von Social Bots im US-Wahlkampf auf Twitter.
Social Bots werden gezielt zur Meinungsmache und für politische Zwecke eingesetzt, wie beispielsweise der US-Wahlkampf 2016 zwischen Donald Trump und Hillary Clinton zeigt. Eine Studie hat ergeben, dass 30% aller auf Twitter verfassten Tweets zum Wahlkampf 2016 nicht von echten Menschen, sondern von Social Bots stammten. Auffällig war dabei, dass 80% dieser generierten Tweets sich für Trump aussprachen – nur 20% der Tweets für Clinton. Auch die Follower*innen der beiden Präsidentschaftskandidat*innen bestanden zeitweise zu ca. 30% aus Social Bots. Außerdem wurde festgestellt, dass Social Bots Trump zum Sieger des TV-Duells erklärten, obwohl die Medien ihn als Verlierer betrachteten. Vermutlich wurde also das Wahlergebnis deutlich beeinflusst.