• ZITIEREN VORWISSEN | Zulässige Quellen

    • Wo man aufpassen muss
      Generell sagt man, dass wissenschaftliche Quellen zitierwürdig sind. Aber für Studienanfänger*innen ist es zu Beginn nicht einfach zu entscheiden, welche gefundenen Informationen wissenschaftlich und somit zitierwürdig sind und welche nicht. Quellen, die definitiv nicht zitierwürdig sind, umfassen populärwissenschaftliche Literatur, Publikumszeitschriften (also nichtwissenschaftliche Zeitschriften), Boulevard-Zeitungsartikel, Blogs und private Webpräsenzen. Diese sollten nur zitiert werden, wenn sie Gegenstand der Arbeit sind.


      Beispiel: Du schreibst eine wissenschaftliche Arbeit über die mediale Berichterstattung zur Fußball-WM in Katar 2024 und nutzt dafür unter anderem die Berichterstattung der BILD. In diesem Fall werden die eigentlich nicht zitierwürdigen Quellen (Boulevard-Zeitungsartikel) als Gegenstand der Untersuchung (= Primärquelle) verwendet.


      Bei den folgenden Quellen solltest du außerdem immer aufpassen:

      Diese Quellen haben keinen wissenschaftlichen Überprüfungs- und Korrekturprozess durchlaufen, der einer Veröffentlichung häufig vorgeschaltet ist und für eine wissenschaftliche Qualitätssicherung sorgt. Beispiel: Viele Studierende laden ihre finalen Seminararbeiten auf bestimmten Portalen im Internet hoch (z. B. hausarbeiten.de). Diese Arbeiten sind zwar so gesehen zitierfähig, da sie öffentlich zugänglich sind, allerdings nicht zitierwürdig, da die Qualität häufig zu wünschen übrig lässt.


          TIPP: Überprüfe vor allem den Verlag sehr genau. Einige Verlage veröffentlichen Bachelor- und Masterarbeiten ohne sorgfältige Überprüfung der Inhalte!

      Ob Quellen aus dem Internet zitierfähig sind, ist umstritten. Auf der einen Seite stehen Informationen dort sehr aktuell zur Verfügung. Gegen die Zitierfähigkeit spricht, dass sich der Inhalt von Internetseiten oft verändert und es somit an der Möglichkeit der Überprüfbarkeit mangelt. Zudem sind die Inhalte häufig nicht wissenschaftlich belegt. Ein Kompromiss könnte darin bestehen, nur Inhalte von Webseiten von Institutionen oder Organisationen, die fundierte Informationen bieten, als zitierfähig anzusehen.
      Lehrbücher bereiten Informationen stark didaktisch für Schule oder Studium auf. Sie stammen zwar durchaus von Fachpersonal und auch aus angesehenen Verlagen, richten sich aber nicht an eine wissenschaftliche Zielgruppe (oft an Schüler*innen) und liefern auch keinen eigenständigen Forschungsbeitrag. Hier kannst Du allerdings Verweise auf geeignete Sekundärliteratur und somit einen Einstieg in Deine Recherche finden.
      Vor allem allgemeine Lexika („Brockhaus Enzyklopädie“ u. a.) fassen Allgemeinwissen zusammen, welches meist nur Grundlagen vermittelt. Auch hier gilt: Lexika können zur ersten Orientierung genutzt werden, für wissenschaftliche Arbeiten sollten stattdessen aber einschlägige Fachlexika Verwendung finden.
      Internet-Portale wie Wikipedia bieten keine wissenschaftlichen Referenztexte. Zum einen schwankt die Qualität der Artikel deutlich, zum anderen sind viele Autor*innen anonym. Solche Internetseiten können durchaus, ebenso wie allgemeine Lexika, der ersten Orientierung dienen, müssen aber in der Ausarbeitung durch wissenschaftliche Quellen ersetzt werden. Tipp: Nutze die von Wikipedia angegebenen Einzelnachweise und Literaturhinweise, sofern diese wissenschaftlicher Herkunft sind.


          TIPP: Wikipedia selbst zeichnet exzellente Artikel aus ( https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Exzellente_Artikel). Hier kannst du in jedem Fall nach den verwendeten Quellen schauen und diese nach eigener Überprüfung nutzen!



          MERKE: Die oben genannten Quellen solltest du nur in Absprache mit Dozierenden nutzen!


    • Übung: Zitierfähig oder nicht?





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