Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Geschichte von OER.
2002 fand ein UNESCO-Forum zum Thema OpenCourseWare statt. Hierbei war die Hochschulbildung in Entwicklungsländern Thema. Auf Initiative der Länder des Globalen Südens wurde der Begriff der Open Educational Resources - kurz OER - geprägt. Das Ziel waren qualitativ hochwertige Bildungsmaterialien, die kostenfrei für alle zur Verfügung stehen sollten. In der Folge fand der Begriff der OER weltweit erhebliche Verbreitung.
Globale Nachhaltigkeitsagenda
Am 1. Januar 2016 traten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in Kraft,
auch Globale Nachhaltigkeitsagenda genannt. Es handelt sich hierbei um politische
Zielsetzungen der Vereinten Nationen, die weltweit die Sicherung einer
nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene leisten
sollen. Die Agenda hat eine Laufzeit bis 2030 und zum Ziel, eine hochwertige, inklusive und
chancengerechte Bildung für Menschen weltweit und ein Leben lang
sicherzustellen. Jedes Jahr am 24. Januar erinnert der Internationale
Tag der Bildung an dieses Vorhaben. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung
dieser Agenda im Rahmen der Vereinten Nationen. Sie soll durch ein
weltweites Monitoring über die Fortschritte in der Bildung, innovative
Bildungskonzepte und einem breiten Netzwerk von Kontakten in
Bildungswissenschaft, -politik und -praxis einen großen Beitrag zur
Weiterentwicklung und Verbesserung der globalen Bildungssituation leisten. (Vgl. UNESCO 2017.)
Die 17 Ziele kannst du dir hier genauer ansehen.

Die Entwicklung in Deutschland
Im Juli 2022 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die erste nationale OER-Strategie vorgestellt. Die Bundesregierung setzte damit die Forderung der UNESCO um, die Verbreitung kostenfrei zugänglicher und frei bearbeitbarer Lehr- und Lernmaterialien in Deutschland zu fördern.
Konkrete Handlungsziele im Rahmen dieser Strategie lauten wie folgt:
1. Schaffung und Ausbau von Anreizsystemen zur Erstellung und Nutzung von OER sowie Verbesserung bestehender technischer, pädagogischer und organisatorischer Rahmenbedingungen.
2. Stärkung einer Kultur der Offenheit, der Kooperation und des Teilens sowie der dafür notwendigen Veränderung der Einstellung der Lehrenden und Lernenden (zeitgemäße technische Lösungen, passfähige, breit genutzte Standards sowie geeignete Formate des Community-Managements).
3. Stärkung des Changemanagements in Bildungsinstitutionen insgesamt, Förderung von Strategieentwicklungsprozessen, Kerntechnologien und offenen Bildungspraktiken im Bereich von OER.(Vgl.
BMBF 2022.)