Intro Höhere Funktionen
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Intro Höhere Funktionen \(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1Willkommen!
In der Kurzversion dieser Lerneinheit werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:- Wiederholung von Funktionen im Allgemeinen
- Potenzfunktionen
- Trigonometrische Funktionen
- Umkehrfunktionen
[Ausblenden]Die Darstellung der Mathematik in diesem Kurs unterscheidet sich vermutlich in einigen Teilen von der, die Ihnen aus der Schule bekannt ist. Der Grund hierfür ist, dass der StudiKurs Mathematik über das reine Wiederholen von Schulwissen hinaus eine Brücke zur Hochschulmathematik darstellt und sich daher bereits an der Schreibweise orientiert, welche Ihnen an der Hochschule voraussichtlich begegnen wird. Ausführlichere Lernmaterialien zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema finden Sie in Form der Langlerneinheiten zu diesem Wissensbereich.
Sie können diesen Schnelleinstieg auf folgende Art und Weise nutzen:- Indem Sie der Einstiegsaufgabefür einen problemorientierten Einstieg folgen. Hier werden Sie anhand eines Anwendungsbeispiels an die behandelten Themen herangeführt und lernen dabei kennen, wofür man die mathematischen Inhalte benötigt. Zur Wiederholung stehen die Kurzwiederholungen der einzelnen Themen jederzeit bereit.
Klicken Sie hierfür auf den „nächste Seite“-Button unten rechts. - Indem Sie direkt auf die mathematischen Inhalte springen zu einem der Themen: Potenzfunktionen,Trigonometrische FunktionenoderUmkehrfunktionen. Diese können Sie zur Wiederholung der wichtigsten Regeln nutzen und um einen Überblick über das Themengebiet zu gewinnen.
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\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1Einstiegsaufgabe
Ein Programmierer arbeitet an einem Programm, in dem der Benutzer beim Laden eines bestimmten Datenpaketes einen Ladebalken angezeigt bekommen soll. Das Laden der Daten dauert immer genau Sekunden, bevor der Benutzer fortfahren kann. Der Programmierer möchte, dass die Benutzer des Programmes den Ladezeitraum als möglichst kurz empfinden. Er kann mithilfe einer Funktion festlegen, wie der Ladebalken sich innerhalb der Sekunden füllen soll (die Anzeige ist unabhängig vom tatsächlichen, technischen Ladevorgang der Daten).
Dabei sind unterschiedliche Abläufe möglich.Die oben dargestellte Abbildung stellt die Funktionsgraphen der Funktionen dar, die der Programmierer ausprobieren möchte. Der Ladebalken könnte sich innerhalb der Sekunden gleichmäßig von auf auffüllen. Dies zeigt der rote Graph in der Abbildung oben.
Alternativ kann der Programmierer es auch so einrichten, dass der Ladebalken sich zu Beginn sehr schnell füllt, und am Ende der Sekunden immer langsamer. Dieses Verhalten wird durch den blauen Graphen dargestellt.
Auch das Gegenteil hiervon ist denkbar: Der Ladebalken startet langsam und füllt sich dann immer schneller auf (grüner Graph).
Eine etwas ausgefallenere Lösung, die in der Praxis aber auch häufiger beobachtet wird ist ein Ladebalken, dessen Füllung zwischendurch sogar immer wieder zurück geht und schwankt, bevor am Ende die erreicht werden. Diese Schwankungen sind auch bei dem schwarzen Graph in der Abbildung zu erkennen. Im Folgenden werden die verschiedenen Möglichkeiten einzeln nacheinander betrachtet und die jeweilige Funktion zum Graphen ermittelt. Testen und beschreiben Sie unterschiedliche Versionen des Ladebalkens mithilfe geeigneter Funktionen.
Bei welcher Variante haben Sie subjektiv den Eindruck, dass für Sie die Zeit am schnellsten verfliegt, und wie sehen die zugehörigen Funktionen aus?
Die Funktion , die den Füllstand des Ladebalkens beschreibt, gibt den prozentualen Anteil der Füllung des Ladebalkens in Abhängigkeit von der Zeit an.
\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Der Programmierer möchte die Zeit, in welcher der Balken gefüllt wird, in seinem Programm in Sekunden angeben. Er wählt dazu eine Zahlenvariable . Ein Wert wie wird dann im Sachkontext als ( steht für Sekunden) interpretiert. Die Variable kann also jeden Wert zwischen und annehmen. Damit ist der Definitionsbereich der Funktion festgelegt:
Da die Funktionswerte von den Füllstand des Ladebalkens angeben sollen, ist eine geeignete Zielmenge für .
Die Funktion gibt die Füllung des Balkens in Abhängigkeit von der Zeit an.Eine Möglichkeit die Funktion zu wählen ist eine lineare Funktion (eine Einführung hierzu gibt es in der Lerneinheit Elementare Funktionen). Wird als lineare Funktion gewählt, so füllt sich der Ladebalken in einem konstanten Tempo von auf Prozent.
Aufgabe 1 aufgabe_1
Welchen Wert kann maximal annehmen?
100
Kontrolle
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Der Ladebalken kann maximal zu Prozent gefüllt sein. Daher kann als Höchstwert erreicht werden.Der Ladebalken startet im leeren Zustand, es muss also gelten. Welchen Wert muss die Funktion an der Stelle haben, um die Kriterien für den Ladebalken zu erfüllen?
100
Kontrolle
Lösung anzeigen[Ausblenden]
Der Ladebalken soll am Ende der Laufzeit zu gefüllt sein. Also muss die gewählte Funktion die Bedingung erfüllen.
Eine lineare Funktion ist von der Form
wobei und Zahlen aus bezeichnen.
Aufgabe 2 aufgabe_2
Wie muss die Zahl gewählt werden, damit die lineare Funktion die Bedingung erfüllt?
0
Kontrolle
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Damit gilt, muss gelten.Wie muss unter dieser Voraussetzung der Koeffizient in der linearen Funktion gewählt werden, damit der Ladebalken die zu Beginn bestimmten Kriterien erfüllt?
10
Kontrolle
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Es muss gelten, was für jede Wahl von gilt, und . Letzteres gilt für . Die resultierende lineare Funktion erfüllt beide Kriterien.\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Damit wurde bereits eine erste Funktion gefunden, die einen geeigneten Ladebalken simulieren kann. Klicken Sie auf „Ladebalken simulieren“, um für die lineare Funktion mit der Zuordnung den entsprechenden Ladevorgang zu beobachten.
Der Graph einer solchen Funktion wird in der folgenden Abbildung dargestellt:
Die konstante Steigung des Graphen spiegelt sich also in dem konstanten Tempo wider, in dem sich der Ladebalken füllt.
Aufgabe 3 aufgabe_3
Welche Werte nimmt die lineare Funktion auf dem Definitionsbereich an?
Kontrolle
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Die lineare Funktion nimmt auf dem Intervall jeden Wert zwischen und an, insbesondere für auch den Wert und für den Wert . Daher ist die dritte Antwort korrekt.
Man sagt auch: Der Wertebereich von (eine Teilmenge der Zielmenge von ) ist .\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Als zweiten Kandidaten betrachtet der Programmierer eine Potenzfunktion. Diese soll die Zuordnungsvorschrift
haben, wobei eine reelle und eine natürliche Zahl bezeichnen.
Es müssen nun die beiden Zahlen und so bestimmt werden, dass die Funktion wieder die beiden Kriterien und erfüllt.
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wählt man zum Beispiel einfach und , so steht hier wieder die lineare Funktion , die im vorhergehenden Abschnitt betrachtet wurde. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, eine geeignete Potenzfunktion zu finden.
Weitere Informationen zu Potenzfunktionen finden Sie hier:Potenzfunktionen
Aufgabe 4 aufgabe_4
Welcher der folgenden Terme erfüllt die Kriterien nicht und kann daher nicht für gewählt werden?
Kontrolle
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Bei allen drei Funktionen ist die Bedingung erfüllt. Bei der ersten und letzten Funktion gilt außerdem , bei der mittleren aber , daher kommt diese Funktion nicht in Frage.\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Der folgende Ladebalken wurde mit der Funktion programmiert und zeigt den Ladefortschritt.
Der zugehörige Graph sieht folgendermaßen aus:
Am Graph lässt sich ablesen, was auch beim Ladebalken beobachtet werden kann: Die Funktion und damit die Füllung des Balkens wächst am Anfang noch recht langsam, mit zunehmender Steigung des Graphen beschleunigt sich aber auch das Tempo beim Fortschreiten des Ladebalkens.
\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Als nächstes möchte der Programmierer testen, wie sich der Ladebalken auf Basis einer Wurzelfunktion füllen lässt. Der Wurzelausdruck in einer Wurzelfunktion kann auf zwei verschiedene, gleichbedeutende Arten aufgeschrieben werden:
wobei und natürliche Zahlen bezeichnen.
In einer Wurzelfunktion kann der Wurzelausdruck zusammen mit einem weiteren reellen Faktor vorkommen:
Mehr Informationen finden Sie hier:PotenzfunktionenAuch hier gibt es wieder mehrere Möglichkeiten , und so zu wählen, dass die Funktion die geforderten Bedingungen erfüllt.
Aufgabe 5 aufgabe_5
Der Programmierer entscheidet sich für eine Quadratwurzel und damit für einen Term der Art
mit .
Welchen Wert für muss man wählen?
1000
Kontrolle
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Der gesuchte Wert ist .
Konstruktiv lässt sich ermitteln, indem eine gemeinsame Lösung für die beiden Gleichungen und gesucht wird. Für kann jedes gewählt werden, daher muss eine Einschränkung durch die Lösung der zweiten Gleichung gefunden werden. Hier gilt:
Die Zahl kann wieder durch Einsetzen der Funktionswerte und überprüft werden. Für gilt . Einsetzen von führt zu .
\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Für diese Funktion ergibt sich der folgende Ladebalkenverlauf:
Der Funktionsgraph für sieht so aus:
An diesem Graphen lässt sich ablesen, dass die Wurzelfunktion (im Gegensatz zur vorher betrachteten Potenzfunktion mit Exponent ) am Anfang schnell ansteigt und dann der Anstieg zunehmend verflacht. Dies wird beim Ladebalken durch ein schnelles Auffüllen am Anfang und ein immer langsameres Auffüllen gegen Ende der Laufzeit sichtbar.
\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Als letzten Kandidaten sucht der Programmierer nach einer Funktion, bei der der Anteil der geladenen Daten während der Ladezeit oszilliert, das heißt sich sowohl nach oben wie auch nach unten entwickelt, bevor die Gesamtmenge der Daten geladen ist. Die folgende Animation zeigt das gewünschte Verhalten des Ladebalkens.
Die durch diesen Ladebalken dargestellten Funktion hat den folgenden Graphen:
Aufgabe 6 aufgabe_6
Wie lässt sich eine solche Schwankung mithilfe einer Funktion ausdrücken?
Der Programmierer versucht es mithilfe einer Kombination aus einer linearen mit einer trigonometrischen Funktion. Er hat schon das Grundgerüst einer solchen Funktion gefunden:
Hier werden trigonometrische Funktionen näher erläutert:Trigonometrische FunktionenWie muss der reelle Parameter gewählt werden, um die Voraussetzungen des Ladebalkens zu erfüllen? Prüfen Sie, welchen Wert annehmen muss, damit und gelten.
10
Kontrolle
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Um zu bestimmten wird ausgenutzt, dass die Sinusfunktion periodisch mit der Periode ist und für ganzzahlige Vielfache von immer den Wert hat, das heißt in Termschreibweise:
für alle ganzzahligen Werte .
Aus diesem Grund gilt in jedem Fall . Hieraus lässt sich also keine weitere Einschränkung für bestimmten. Dies ist aber mithilfe der zweiten Bedingung möglich. Es gilt hier – wegen der oben formulierten allgemeinen Eigenschaft der Sinusfunktion – auch . Setzt man also in die Funktion ein, so folgt
Damit gilt muss also gewählt werden.
Hier ist sichtbar: Durch die zwischenzeitlich negative Steigung des Graphen ergibt sich beim Ladebalken, dass der Prozentsatz der Füllung vorübergehend wieder abnimmt, bevor er schließlich (bei postiver Steigung) wieder wächst und letztlich die erreicht. Nach der Betrachtung der verschiedenen Ladebalken, welche Möglichkeit sagt Ihnen selbst am meisten zu?
\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Der Programmierer hat sich nun für eine der in den vorhergehenden Schritten betrachteten Funktionen entschieden und gibt das Programm zum Testen an einen Kollegen. Dieser stellt beim Laden der Daten, also während der Anzeige des Ladebalkens, ein Problem fest und schickt einen Screenshot an den Programmierer, auf dem der Ladebalken während des Ladevorganges zu sehen ist. Auf dem Screenshot ist ablesbar, dass dieser aufgenommen wurde als der Ladebalken gerade genau als Ladefortschritt angezeigt hat.
Aufgabe 7 aufgabe_7
Wie kann der Programmierer aus dem Ladefortschritt ablesen, zu welchem Zeitpunkt während des Ladevorganges der Screenshot erstellt wurde?
Finden Sie den richtigen Zeitpunkt (in Sekunden) in dem Zeitintervall in Abhängigkeit von der gewählten Funktion.
Im ersten Fall wurde benutzt.
So viele Sekunden sind bei der Erstellung des Screenshots vergangen:5
Kontrolle
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Um die vergangene Zeit angeben zu können, muss der Zeitpunkt gefunden werden, für den gilt. Es wird also die Gleichung
gelöst. So findet sich der Zeitpunkt .
Im zweiten Fall wurde verwendet.
Wie viele Sekunden sind bei der Erstellung des Screenshots vergangen? Geben Sie die Lösung als Dezimalzahl an.
2,5
Kontrolle
Lösung anzeigen[Ausblenden]
Es wird der Wert für gesucht, für den gilt. Dazu wird die Gleichung nach aufgelöst. Dabei ist zu beachten, dass für die Zeit steht und daher gilt:
Der Zeitpunkt, bei dem der auf dieser Funktion basierende Ladebalken genau anzeigt, ist also nach genau Sekunden erreicht.\(1+1\)Datum Sep 28, 2026orca_hoeherefkt_intro_Intro Höhere Funktionen80bereich_1 Bei der Berechnung des Zeitpunktes haben wir hier die Tatsache verwendet, dass bei den beiden Funktionen der Wert nur für genau einen Wert aus dem Definitionsbereich angenommen wurde. Ist dies für jeden Wert aus dem Wertebereich der Funktion der Fall, lässt sich allgemeiner sogar die Umkehrfunktion finden. Diese wird mit bezeichnet und ordnet jedem Wert den Ursprungswert zu. Die Funktion hat als Definitionsbereich den Wertebereich von . Als Zielmenge kann man oder auch nehmen.
Eine kurze Erinnerung an Umkehrfunktionen finden Sie hier:UmkehrfunktionenWas Sie in der ausführlichen Lerneinheit dieses Wissensbereichs erwartet, können Sie im Ausblick nachlesen:
Aufgabe 8 aufgabe_8
Welche der folgenden Funktionen ist die Umkehrfunktion von ?
Kontrolle
Lösung anzeigen[Ausblenden]
Ähnlich wie bei den vorangegangenen beiden Aufgaben wird hier der Funktionsterm nach aufgelöst. Allerdings steht auf der linken Seite der Gleichung nun keine Zahl, sondern , was der -Koordinate des Graphen der Funktion entspricht:
Bemerkung: Die Umformungen sind äquivalente Umformungen („“), weil und nichtnegative Zahlen sind.
Um die Umkehrfunktion von aufzustellen, werden die Variablen und wieder vertauscht, da diese Darstellung von Funktionstermen geläufiger ist. Also gilt .
ZusammenfassungSeite /
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