• Chapter 1 Studifinder - 1.3  Potenzen, Wurzeln, Logarithmen - Logarithmen

      Anwendung

      Datum Sep 28, 2026
      orca_pwl_logarithmen_
      Logarithmen
      3
      3

      Beispiel 1
      Termvereinfachungen
      Wir wenden nun die Definitionen und Gesetze von Potenzen und Logarithmen an einigen einfachen Beispielen an. Folgende Ausdrücke werden wir, ohne einen Taschenrechner zu verwenden, berechnen.
      1. log4 (64)
      2. log6 (2)+ log6 (3)
      3. log2 ( 425 )
      4. log2 (23)
      5. log9 (162)- log9 (2)
      Lösung anzeigen
      [Ausblenden]
      1. Nach der Definition des Logarithmus ist der Exponent x gesucht, für den 4x =64 gilt. Also folgt log4 (64)=3.
      2. Mit (L1) erhalten wir log6 (2)+ log6 (3)= log6 (2·3)= log6 (6)=1.
      3. Mit (L3) ergibt sich log2 ( 425 )=25· log2 (4)=25·2=50.
      4. Mit der Definition des Logarithmus erhalten wir log2 (23)= log2 ( 2 1 3 )= 1 3 .
      5. Mit Hilfe von (L2) bekommen wir
        log9 (162)- log9 (2)= log9 ( 162 2 )
           = log9 (81)=2.

      [Ausblenden]

      Beispiel 2
      Lösen von Gleichungen
      Anhand einiger Beispiele werden wir nun sehen, wie die erlernten Definitionen und Gesetze angewendet werden können, um Gleichungen zu lösen.
      Sei a>1 und x>0.
      1. log2 (x)=3
      2. loga-1 (9)=2
      3. log2 (x)=2
      4. 2· log10 (x)- log10 (4 x-4)=0
      Lösung anzeigen
      [Ausblenden]
      1. Nach der Definition des Logarithmus ergibt sich log2 (x)=3⇒x= 23 =8.
      2. Gemäß der Definition des Logarithmus folgt aus loga-1 (9)=2 die Gleichung (a-1 )2 =9. Diese quadratische Gleichung besitzt die zwei Lösungen a=4 und a=-2, wobei die letztere wegfällt, da nach Definition des Logarithmus a-1>0 sein muss.
      3. Mit (L3) folgt aus log2 (x)= log2 ( x 1 2 )=2 die Gleichung 1 2 log2 (x)=2. Multiplikation mit 2 bringt log2 (x)=4 und somit x= 24 =16.
      4. Da der Logarithmus nur für positive Zahlen erklärt ist, muss zunächst x>0 und 4 x-4=4 (x-1)>0 sein, also x>1. Nun formen wir mit den Logarithmusregeln um:
        log10 ( x2 )- log10 (4 x-4)
           = log10 ( x2 4 x-4 )=0 .
        Wir erheben beide Seiten in die Potenz zur Basis 10:
        x2 4 x-4 = 100 =1 .

        Dies führt auf die quadratische Gleichung:
        x2 -4 x+4=0

        bzw.
        (x-2 )2 =0

        mit der Lösung
        x=2 .


      [Ausblenden]

      Beispiel 3
      Rechenschieber
      Als es noch keine Taschenrechner gab, benutzte man im Schulunterricht und in der Praxis Rechenschieber. Rechenschiebern liegt das Rechnen mit Logarithmen zugrunde. Wir machen das Prinzip an der Multiplikation klar.
      Es gilt:
      2·3= 10 log10 (2) · 10 log10 (3) = 10 log10 (2)+ log10 (3) = 10 log10 (2 ·3)
         = 10 log10 (6) =6 .
      Die Multiplikation 2·3 wird auf dem Rechenschieber durch die Addition der Logarithmen log10 (2)+ log10 (3) simuliert. (Man addiert, indem man Stäbe aneinander legt).
      3_lv_rechenschieber.png
      Bild 1 Das Prinzip des Rechenschiebers am Beispiel der Multiplikation von 2 und 3.
      Bei der Multiplikation zweier beliebiger Zahlen spielen nur Mantissen (Vorfaktoren von Zehnerpotenzen) eine Rolle:
      2000·0,3=2· 103 ·3· 10-1 =2·3· 103-1 =6· 102 =600 .

      Wir müssen also wie vorhin nur die Multiplikation der Mantissen 2 und 3 bewerkstelligen. Das machen wir mit dem Rechenschieber. Das Komma wird durch eigene, die mechanische Arbeit begleitende, Kopfrechnung gesetzt. Auf dem Rechenschieber wird eine logarithmische Skala der Zahlen 1 bis 10 abgetragen. Dass wir nur die Mantissen brauchen ist sehr praktisch, sonst wären Rechenschieber unendlich lang.
      3_lv_rechens1.png
      Bild 2 Logarithmische Skala: Die Logarithmusfunktion ist umkehrbar eindeutig. Auf einer Skala von 0 bis 1 markieren wir die Logarithmen der Zahlen 1 bis 10.

      Beispiel 4
      Der pH-Wert
      Der pH-Wert ist definiert als der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration
      pH :=- log10 ( H3 O+ ).

      Er ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer Lösung. Der Name leitet sich von pondus Hydrogenii (lat. pondus = Gewicht; hydrogenium = Wasserstoff) ab. Im natürlichen System liegt der pH-Wert im allgemeinen zwischen 0 und 14, wobei ein niedriger Wert auf einen sauren Charakter und ein hoher Wert auf einen basischen Charakter hindeutet. Der Wert einer neutralen Lösung liegt bei 7. In der folgenden Tabelle werden einige typische Säuren und Basen zu ihren pH-Werten zugeordnet.

      0 - 2 3 - 4 5 - 6 7 8 - 9 10 - 11 12 - 14
      stark sauer neutral stark basisch
      Schwefelsäure, Zitronensaft, Essigsäure, Kochsalzlösung, Speichel, Gülle, Zement,
      Batteriesäure, Magensäure, Regenwasser, Neutralseife, Seifenlösung, Ammoniak, Kalkwasser,
      Essigessenz, Seen in Schweden, Lakritz, Zuckerlösung Mineralwasser, Fensterputzmittel Rohrfrei,
      Sanitärreiniger Saurer Regen Obst Blut Domestos

      Nehmen wir an, wir haben eine Lösung gegeben, bei der sich 0,01 H3 0+ -Ionen in 1 Mol wässriger Flüssigkeit befinden. Der pH-Wert dieser Lösung beträgt demnach
      pH =- log10 (0,01)=- log10 ( 10-2 )=-(-2)=2.

      Es handelt sich also bei der Lösung um eine starke Säure.

       
      \(1+1\)