Beispiel 1beispiel_1 Termvereinfachungen
Wir wenden nun die Definitionen und Gesetze von Potenzen und Logarithmen an einigen einfachen Beispielen an.
Folgende Ausdrücke werden wir, ohne einen Taschenrechner zu verwenden, berechnen.
Beispiel 2beispiel_2 Lösen von Gleichungen
Anhand einiger Beispiele werden wir nun sehen, wie die erlernten Definitionen und Gesetze angewendet werden können, um Gleichungen zu lösen.
Sei und .
Gemäß der Definition des Logarithmus folgt aus die Gleichung . Diese quadratische Gleichung besitzt die zwei Lösungen und ,
wobei die letztere wegfällt, da nach Definition des Logarithmus sein muss.
Mit (L3) folgt aus die Gleichung . Multiplikation mit
bringt und somit .
Da der Logarithmus nur für positive Zahlen erklärt ist, muss zunächst und sein, also . Nun formen wir mit den Logarithmusregeln um:
Wir erheben beide Seiten in die Potenz zur Basis :
Beispiel 3beispiel_3 Rechenschieber
Als es noch keine Taschenrechner gab, benutzte man im Schulunterricht und in der Praxis Rechenschieber. Rechenschiebern liegt das Rechnen mit Logarithmen zugrunde. Wir machen das Prinzip an der Multiplikation klar.
Es gilt:
Die Multiplikation wird auf dem Rechenschieber durch die Addition der Logarithmen simuliert. (Man addiert, indem man Stäbe aneinander legt).
Bild 1 Das Prinzip des Rechenschiebers am Beispiel der Multiplikation von und .
Bei der Multiplikation zweier beliebiger Zahlen spielen nur Mantissen (Vorfaktoren von Zehnerpotenzen) eine Rolle:
Wir müssen also wie vorhin nur die Multiplikation der Mantissen und bewerkstelligen. Das machen wir mit dem Rechenschieber. Das Komma wird durch eigene, die mechanische Arbeit begleitende, Kopfrechnung gesetzt. Auf dem Rechenschieber wird eine logarithmische Skala der Zahlen bis abgetragen. Dass wir nur die Mantissen brauchen ist sehr praktisch, sonst wären Rechenschieber unendlich lang.
Bild 2 Logarithmische Skala: Die Logarithmusfunktion ist umkehrbar eindeutig. Auf einer Skala von 0 bis 1 markieren wir die Logarithmen der Zahlen bis .
Beispiel 4beispiel_4 Der pH-Wert
Der pH-Wert ist definiert als der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration
Er ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer Lösung. Der Name leitet sich von pondus Hydrogenii (lat. pondus = Gewicht; hydrogenium = Wasserstoff) ab. Im natürlichen System liegt der pH-Wert im allgemeinen zwischen und , wobei ein niedriger Wert auf einen sauren Charakter und ein hoher Wert auf einen basischen Charakter hindeutet. Der Wert einer neutralen Lösung liegt bei . In der folgenden Tabelle werden einige typische Säuren und Basen zu ihren pH-Werten zugeordnet.
0 - 2
3 - 4
5 - 6
7
8 - 9
10 - 11
12 - 14
stark sauer
neutral
stark basisch
Schwefelsäure,
Zitronensaft,
Essigsäure,
Kochsalzlösung,
Speichel,
Gülle,
Zement,
Batteriesäure,
Magensäure,
Regenwasser,
Neutralseife,
Seifenlösung,
Ammoniak,
Kalkwasser,
Essigessenz,
Seen in Schweden,
Lakritz,
Zuckerlösung
Mineralwasser,
Fensterputzmittel
Rohrfrei,
Sanitärreiniger
Saurer Regen
Obst
Blut
Domestos
Nehmen wir an, wir haben eine Lösung gegeben, bei der sich -Ionen in Mol wässriger Flüssigkeit befinden. Der pH-Wert dieser Lösung beträgt demnach
Es handelt sich also bei der Lösung um eine starke Säure.