Page 36 - ORCA Magazin I 2026
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36 KI-Policys
„Wir stellen einen
Mentalitätswechsel bei
den Beschäftigten fest“
An der FernUniversität Hagen gibt es seit gut eineinhalb
Jahren eine Dienstvereinbarung zu Künstlicher Intelligenz.
Im Interview mit Joachim Preusse verrät Markus Müller,
wie die Idee dazu entstanden ist, wie die Ausarbeitung und
Implementierung vonstattenging und welche neuen Ko-
operationen sich seitdem entwickelt haben.
Herr Müller, wie ist die Idee zur Entwicklung einer
KI-Dienstvereinbarung an der FernUniversität in
Hagen entstanden?
Markus Müller: Die Idee zur KI-Dienstvereinbarung
hatten wir im Sommer 2024. Die erste Initiative ging
von unseren Personalräten aus. Es gab das Bedürfnis,
bestimmte Dinge vor die Klammer gezogen für alle
KI-Projekte zu regeln. An mir lag es dann, eine allge-
mein akzeptierte Dienstvereinbarung zu verhandeln.
Seitdem konstatieren wir in Bezug auf künstliche In-
telligenz einen Mentalitätswechsel bei den Beschäf-
tigten. Es herrscht nun mehrheitlich Neugier und
gespannte Erwartung vor, was mit KI möglich ist und
wie sie in Forschungs-, Lehr- und Verwaltungspro-
zesse einbezogen werden kann. Auch die Dauer von
Mitbestimmungsprozessen bei KI-Projekten hat sich
verkürzt.
Zufrieden mit der neuen KI-Dienstvereinbarung an der
Das klingt vielversprechend. Warum ist eine solche FernUni in Hagen: Markus Müller. © FernUniversität Hagen
Vereinbarung aus Ihrer Sicht sinnvoll?
Der Abschluss einer KI-Dienstvereinbarung ist zu festhalten, die für alle KI-Projekte unabhängig vom
empfehlen, weil sie Komplexität aus dem KI-Einsatz konkreten Projektinhalt gelten. Daher ist unsere KI-
an der Hochschule nimmt. Da sich Künstliche In- Dienstvereinbarung als Rahmendienstvereinbarung
telligenz so schnell weiterentwickelt und technisch konzipiert. Sie enthält Grundregeln, entbindet aber
schwer zu verstehen ist, muss man Mindeststandards nicht von der Mitbestimmung beim einzelnen KI-Pro-

