Page 27 - ORCA Magazin I 2026
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KI in einer hochschuldidaktischen Einrichtung 27
dards. Statt auf gesichertes Wissen zurückgreifen zu Verankern statt anhängen: KI in der hochschuldi-
können, ist die Entwicklung von Angeboten stark von daktischen Programmentwicklung
Eigeninitiative, Selbststudium und laufender Beobach-
tung der Entwicklungen geprägt. Als Mitarbeiterinnen Was zunächst als schnelle Reaktion auf einen akuten
des Bereichs Hochschuldidaktik stehen wir vor der Bedarf begann, entwickelt sich zunehmend zur struk-
Herausforderung, zeitgleich unsere eigenen Kompe- turellen Aufgabe: Wie lässt sich KI sinnvoll und dauer-
tenzen wie auch die Kompetenzen der Lehrenden “up- haft in hochschuldidaktische Programme integrieren?
zudaten”. Angesichts der dynamischen Entwicklungen Schon früh wurde deutlich, dass reine KI-Workshops
von KI bewegen wir uns in einem Spannungsfeld aus nicht zielführend sind. Die Teilnehmer*innen brachten
hohem Informationsbedarf, gestiegenen Erwartungen zunehmend sehr unterschiedliche und differenzierte
und permanent latent vorhandener Unsicherheit. Fragestellungen in Bezug auf KI mit – hierauf reagier-
ten wir im ersten Schritt mit einer Differenzierung der
„Könnt ihr nächste Woche schon was zu KI ma- KI-Workshops zu den Themen KI-gestütztes Schrei-
chen?“ – Wenn Nachfrage schneller wächst als die ben, Prüfen und Kompetenzförderung. Hier holte uns
Ressourcen allerdings wieder die Frage der begrenzten Ressourcen
ein. Unsere aktuelle Strategie ist nun, die KI-Themen
Mit der Veröffentlichung von ChatGPT kam es sehr zunehmend in die klassischen Themen wie Prüfen, Be-
kurzfristig, aber anhaltend zu einer sehr hohen Nach- treuung von Abschlussarbeiten, Feedback, Planung von
frage an KI-bezogenen Weiterbildungen und Beratun- Lehrveranstaltungen oder forschungsorientierte Lehre
gen. Quasi über Nacht sollten Workshops zum Thema zu integrieren– ganz im Sinne des NRW-Zertifikats, das
angeboten werden. Unsere ersten KI-Workshops gin- Digitalisierung als Querschnittsthema versteht.
gen im Mai 2023 an den Start gefolgt von weiteren
Workshops im Juni. Auch in den folgenden Semestern Für all diese Herausforderungen war für uns die Lö-
boten wir pro Semester zwei KI-Workshops an. Diese sung: Gemeinsam schaffen wir das! Die ersten Work-
Anzahl deckt den Bedarf gerade so. Zusätzlich errei- shops haben wir als Team gemeinsam konzipiert und
chen uns verstärkt Anfragen zu Reakkreditierungen, durchgeführt. Im Team haben wir uns Sicherheit ge-
zur Anpassung von Modulhandbüchern sowie zu fakul- geben, Ansätze entwickelt für den Umgang mit KI und
tätsinternen Workshopformaten. Auch die Nachfrage Synergien geschaffen. Die nächsten Schritte? Gemein-
an Inhouse-Schulungen bzw. Beratungen zu innovati- sam weiter lernen, weiter erproben, weiter verankern.
ven Prüfungen hat sich durch das Aufkommen von KI-
Tools verstärkt.
Zur Person.
Joana Eichhorn
Joana Eichhorn ist wiss. Mitarbeiterin am Zentrum für HochschulBildung im Bereich Hochschuldidaktik
und im Projekt DigiMatLabExam. Neben dem Projekt koordiniert sie das hochschuldidaktische Workshop-
programm, berät Lehrende in hochschuldidaktischen Fragen, leitet Workshops und promoviert zum The-
ma „E-Prüfungen aus individueller und organisationaler Perspektive“
Gastbeitrag.

