Page 30 - ORCA Magazin I 2026
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          Austausch  zwischen  Leh-



          renden  und  Studierenden




          ist das A und O









          Gastbeitrag von Nadine Lordick                   sollte dies auf eine Weise geschehen, in der alle, die
                                                           Teil der Hochschulgemeinschaft sind, diesen Prozess
          Es wird nicht offen genug über die Nutzung „generati-  mitgestalten können. Was bedeutet generative KI für
          ver KI“ gesprochen – das ist eines der größten Proble-  Konzepte wie „gute wissenschaftliche Praxis“ oder
          me, das ich derzeit in der Debatte rund um „generati-  „Eigenständigkeit“? Wie sollen Forschung und Lehre in
          ve KI“ in der Lehre wahrnehme. Zwischen Lehrenden   Zukunft aussehen – und wie nicht? Welche Werte sind
          und Studierenden herrscht Misstrauen: Lehrende   uns an Hochschulen wichtig und was heißt das für die
          befürchten, Studierende nutzen generative Sprach-  Nutzung generativer KI? Was hilft uns praktisch, um
          modelle wie ChatGPT, um sich irgendwie „durchzu-  zu lernen und zu forschen? Um Antworten auf diese
          mogeln“, während Studierende Angst vor negativen   Fragen zu finden, braucht es Dialog. Man muss bereit
          Konsequenzen haben, wenn sie ihre Nutzung offen-  sein, verschiedene Stimmen zu hören und sich darauf
          legen.                                           einlassen, dass es vielfältige, auch widersprüchliche
                                                           Haltungen zu dem Thema gibt.
          Mir erscheint es jedoch unumgänglich, dass Lehrende
          und  Studierende  in  einen  offenen  Austausch  darü-  Immer wieder höre ich den Wunsch nach Richtlinien,
          ber gehen, ob, wie und warum sie generative Modelle   die das Problem rund um generative KI in der Lehre
          nutzen und wann die Nutzung sinnvoll und zulässig   lösen sollen; ein Dokument, auf das sich alle im Zwei-
          ist. Denn falls es stimmt – wie es von einigen Stimmen   felsfall berufen können  und  in  dem klare Vorgaben
          postuliert wird –, dass sich Praktiken des Forschens   gemacht werden. Aber diese Richtlinien können nicht
          und Lehrens an den Hochschulen verändern, dann   vor, sondern erst nach einem Prozess entstehen, bei






            Zur Person.
            Nadine Lordick






          Nadine Lordick arbeitete von 2017 bis 2022 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der germanistischen Mediä-
          vistik zuerst an der TU Braunschweig, dann an der JMU Würzburg. Seit März 2022 ist sie als Mitarbeiterin im
          Projekt KI:edu.nrw und im Schreibzentrum der RUB tätig.
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