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Open Science und Open Education: Auch ohne Open Source?

Gastbeitrag von Steffen Rörtgen (links im Bild) und Christian Friedrich

Am 17. Juni waren wir eingeladen, um einen Workshop im Rahmen der KNOER Tagung zu geben. Das Thema: Offene Software als Basis für die Öffnung von Lehre und Forschung. Mit den Teilnehmenden haben wir an der Frage gearbeitet, ob und wie Open-Source-Software (OSS) eine Voraussetzung für die Praxis in freier Bildung und Wissenschaft ist.

Wir haben uns der Frage aus drei Perspektiven genähert:

  1. Die Perspektive eines Ethos von Open Science und Open Education, der besagt, dass alle die Möglichkeit zur Teilhabe an Wissenschaft und Bildung haben sollen.
  2. Die Perspektive der Hochschule und ihrer Strategiefähigkeit. Strategiefähigkeit ist aus unserer Sicht u.a. die Praxis einer Hochschule, sich Handlungsoptionen und Entscheidungsmöglichkeiten in einem absehbaren Zeitraum zu erhalten und auszubauen, in einer selbstbestimmten Art und Weise auf wechselnde Bedingungen im Umfeld sowie im Inneren der Organisation zu reagieren und diese selbstbestimmt zu formen. Vielleicht keine Schulbuch-Definition, aber für unseren Workshop hat diese Kurzdefinition getragen. Dass wir hier und im fortlaufenden Beitrag über Hochschulen schreiben, ist auch dem Umstand geschuldet, dass die Teilnehmenden überwiegend aus der Hochschulbildung und angrenzenden Bereichen kamen.
  3. Die Perspektive der realen Umstände, unter denen Hochschulen bereits jetzt Open Education und Open Science sowohl mit OSS als auch mit proprietären Produkten realisieren.

Dem TRIZ-Modell der Liberating Structures folgend haben wir zunächst an möglichst kontra-intuitiven Fragen gearbeitet. Die Teilnehmenden hatten die Aufgabe, Motivationen, Praktiken und Strukturen zu identifizieren, die der Entstehung einer resilienten, selbstbestimmten Hochschule, die Freiheit in der Didaktik und der wissenschaftlichen Praxis ermöglicht und für die Glaubwürdigkeit von Lehre und Forschung eintritt, entgegenstehen.

Im zweiten Teil des Workshops war die Aufgabe, Lösungen und Vorschläge zu erarbeiten, die Hochschulen, Länder und Bund angehen können, um den dystopischen Szenarien aus dem vorhergehenden Arbeitsschritt zu entkommen. In einer anschließenden Zusammenführung haben wir in Gruppen Forderungen abgeleitet.

Die Forderungen aus den Arbeitsgruppen haben wir zusammengetragen und diskutiert:

  1. Openness als Kriterium für Fördermittel
  2. Nachhaltige Archivierung und öffentliche Verfügbarmachung der Ergebnisse [von Forschungsprozessen]
  3. Nachnutzung vorhandener Infrastruktur
  4. Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur
  5. Kompetenzzentren (föderal / bundesweit?) oder übergreifende Verankerung [von Kompetenzclustern]
  6. Stärkung der Open Data Literacy
  7. Verbindliche Nutzung von Standards
  8. Standardisierte Schnittstellen
  9. Verlässliche Finanzierungsrahmen für Open-Source-Entwicklung
  10. Rechtssicherheit für offenes Handeln (Teilen, Weiterentwicklung von Open-Source-Software)

Dieser Blog Post wird den Austausch und die inhaltliche Diskussion des Workshops nicht komplett wiedergeben können. Wir möchten aber einen Blick auf einzelne der Forderungen legen, weil sie uns besonders wichtig erscheinen.

Rechtssicherheit für offenes Handeln

Kaum eine Veranstaltung im Kontext von Open, bei der nicht jemand aus eigener Erfahrung davon berichtet, man habe seinen eigenen Content, Code oder erhobenes Datenmaterial nicht offen teilen können, weil es in der Verwaltung oder Leitung einer öffentlichen Einrichtung Vorbehalte gegeben habe. Argumente klingen dann in etwa so, dass haushaltsrechtliche Bestimmungen einer Veröffentlichung im Wege stünden. Es könne ja nicht sein, dass Einrichtung X aus ihrem Haushalt eine Leistung erbringe, die dann Einrichtung Y gratis zur Verfügung stünde. In vielen wissenschaftlichen Disziplinen sind diese Vorbehalte inzwischen abgeräumt, aber sowohl in der Forschung als auch in der Verwaltung und der Lehre ist dieses Problem unter Praktiker:innen nach wie vor bekannt.

Um eine solche Hürde für offenes Arbeiten aufzubauen, bedarf es nicht unbedingt einer ablehnenden Haltung in der Leitung. Es genügt schon, dass ein:e Justiziar:in im Rahmen der Routineprüfung einer Vereinbarung mit einem Dienstleister über den Begriff der offenen Lizenzierung von Ergebnissen stolpert und aus Unsicherheit oder Unkenntnis heraus fordert, der Dienstleistungsvertrag müsse hier umgeschrieben werden und klarstellen, dass die Nutzungsrechte der Leistung ausschließlich an die Auftraggeberin übertragen werden.

Warum wir das hier anbringen? Es kostet nichts, keinen einzigen Euro, dies zu ändern. Rechtssicherheit für die handelnden Personen ist oft schon gegeben. Wo sie nicht gegeben ist, lassen sich Gesetze und Verordnungen schreiben, die klar „public money, public code, public content“ vorgeben. Wo die Rechtssicherheit bereits gegeben ist, da schadet es überhaupt nicht, eine ergänzende Open Policy in der eigenen Institution umzusetzen. Rechtssicherheit entsteht auch durch die klare Kommunikation des geltenden Rechts und der eigenen Strategie. Wenn Ihre eigene Einrichtung hier noch Nachholbedarf hat, lässt sich das verhältnismäßig leicht ändern.

Verbindliche Nutzung von Standards und standardisierte Schnittstellen

Standards ermöglichen in der wissenschaftlichen Praxis wie auch im Kontext von OER Auffindbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Inhalten und Daten. Im Kontext von Software ermöglichen Standards die Migration von Inhalten und Prozessen sowie den Austausch über verschiedene Systeme hinweg. Standards zu Schnittstellen, Datei- und Datenformaten wirken einem Vendor Lock-in entgegen und ermöglichen es Betreibenden, die Software, die einen bestimmten Service ermöglicht, zu wechseln. Damit unterstützt diese Forderung abhängig von ihrem Kontext jede der obenstehenden drei Perspektiven. Standards ermöglichen Open Science und Open Education. Standards machen Hochschulen strategiefähig im digitalen Raum. Und Standards ermöglichen die Verknüpfung von proprietären und offenen Systemen gleichermaßen, ebenso wie einen Wechsel von Software A zu Software B.

Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur & verlässliche Finanzierungsrahmen für Open-Source-Entwicklung

Die Förderung von Infrastruktur ist so alt wie die Idee eines öffentlichen Wissenschafts- und Bildungssystems selbst. So wie sich Forschende und Lernende in Gebäuden aufhalten können müssen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen, so sollen sie sich auch in digitalen Räumen, in Software, frei bewegen können.

Das hat mehrere Voraussetzungen und zwei dieser Voraussetzungen sind essenziell:

  1. Die digitalen Räume, also Software, muss betrieben werden: An Hochschulen braucht es hier kaum Überzeugungskraft. Über den Umstand, dass irgendein Betriebsmodell, sei es in Cloud-Architekturen oder on-premise, mit eingekauftem Support oder mit einem eigenen User Desk, notwendig ist, herrscht Einigkeit. Selbst wenn eine Hochschule den Betrieb einer Software auslagert, so ist man sich doch einig: Irgendwo betreibt jemand einen Service, der von Hochschulangehörigen genutzt wird – selbst dann, wenn die Nutzung des Service niemandem außer der Nutzerin bekannt ist.
  2. Die Software, die betrieben wird, muss auch entwickelt werden. Hier haben wir es mit einem Dilemma zu tun. Zwar sind Hochschulen gern bereit, bereits entwickelte Software zu nutzen. Diese Software in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ist jedoch nicht so weit verbreitet. Während es bei proprietärer Software üblich ist, Lizenzen zu zahlen, so gehen Hochschulen bei OSS noch zu oft davon aus, dass sie einfach entstanden zu sein scheint, bereits da ist und deswegen die Entwicklung auch keine weitere Aufmerksamkeit benötige. Und während es zwar richtig ist, dass OSS frei zu nutzen ist, so ist es doch auch richtig, dass OSS ebenso wie jede andere Software auch eine konstante Weiterentwicklung und Pflege benötigt, um sicher, verlässlich und verfügbar zu sein.

Die Teilnehmenden im Workshop waren sich einig, dass beide hier genannten Aspekte noch Arbeit und Zuwendung brauchen. In Teilen ist das, was hier kurz beschrieben wird, von Hochschulen leistbar. Der Betrieb von Software wird an Hochschulen selbst organisiert oder vergeben. Insbesondere in der Software-Entwicklung sind die Aufgaben jedoch so groß, dass sie von einzelnen Hochschulen nur schwer zu überschauen oder abzuarbeiten sind.

Ein Beispiel aus der Praxis: Im niedersächsischen Projekt Open Source Development Network (OSDN) arbeiten daher mehrere Hochschulen zusammen, um die für die Hochschullehre kritische Software kooperativ weiterzuentwickeln. Das Projekt wird mit Mitteln der Hochschule.digital Niedersachsen im Verbundprojekt Digitale Lehre Hub Niedersachsen gefördert. Es sieht vor, dass Hochschulen gemeinsam mit den Entwickelnden der Software-Produkte Bedarfe und Roadmaps abstimmen und die daraus resultierenden Weiterentwicklungen der Software beauftragen. So werden Parallelentwicklungen vermieden, die Software kann im Kern weiterentwickelt werden und somit profitieren alle davon, die mit einem neuen Release oder Update die Resultate erleben.

Fazit: Open Source ermöglicht Open Science und Open Education

In seinem Impulsbeitrag bei der KNOER-Tagung hat Michael Jäckel ein altes, aber nach wie vor gültiges Zitat von Jon Tennant hervorgeholt: „Open Science is just Science done right.“ Wie immer bei pointierten Aussagen: auch an diesem Ausspruch gibt es vereinzelt Kritik, die auch ernstzunehmen ist. Es gibt mit Sicherheit Umstände, unter denen die Prinzipien von Open Science und Open Education mithilfe von proprietärer Software besser verfolgt werden können. Einstiegshürden können niedriger sein, die Installationsbasis über alle Nutzenden hinweg kann größer sein.

So weit wir das verfolgen konnten, war es jedoch für kein:e Teilnehmer:in vorstellbar, Open Science und Open Education ohne OSS verfolgen zu können. Das zeigen die Forderungen aus dem Workshop klar. Die Förderung eines offenen Ökosystems von Software bleibt also die Aufgabe von Einzelpersonen und ihren Institutionen, aber auch klarer Auftrag an Ministerien in Bund und Ländern, in denen Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume festgelegt werden. Im Kontext der Verwaltungssoftware gibt es hier mit dem Land Schleswig-Holstein einen Vorreiter. Mit der Sovereign Tech Agency und dem Zendis gibt es auf Bundesebene eine klare Positionierung, die jedoch gemessen an den Ausgaben für Software-Lizenzen noch stärker hinterlegt sein könnte. Was fehlt: die Sovereign Tech Agency für Bildung und Wissenschaft.

Steffen Rörtgen arbeitet am FWU und befasst sich dort mit der maschinenlesbaren Abbildung von Lehrplänen im Schulbereich. Außerdem interessiert er sich besonders für das Semantic Web und offene Webtechnologien, um mit deren Hilfe Herausforderungen in öffentlichen Bildungsinfrastrukturen zu lösen.

Christian Friedrich ist als Freiberufler Sprecher und Strategischer Berater des Projekts Open Source Development Network.

Call for Participation: Bis 30.09. Beiträge für die ORCA.nrw-Tagung 2025 einreichen

Wir laden Lehrende, Forschende, Studierende und alle Interessierten herzlich dazu ein, ihre Abstracts (max. 4000 Zeichen) bis zum 30.09.2025 über unser Online-Formular einzureichen. Die ORCA.nrw Tagung 2025 findet am 26. November statt. Unter dem Motto „Hochschullehre verbindend und inspirierend“ erkunden wir wieder gemeinsam innovative Ansätze und bewährte Praktiken im Bildungsbereich, mit denen die Lehre bereichert wird.

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr – in Kooperation mit dem Stifterverband – auf dem Thema Future Skills: Welche Kompetenzen brauchen Studierende in einer sich wandelnden Welt? Wie können Hochschulen diese gezielt fördern?

Die Tagung widmet sich der Weiterentwicklung der Hochschullehre in NRW und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen Konzepte, Formate und Rahmenbedingungen, die zu einer vielfältigen, inklusiven und zukunftsgerichteten Lehre beitragen. Dabei interessieren uns insbesondere Ansätze, wie Lehre an Hochschulen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wird, Lernräume gestaltet, Kompetenzen fördert und neue Impulse setzt – ob durch innovative didaktische Konzepte, Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg oder durch den reflektierten Einsatz von Materialien und Technologien.

Mögliche Themenbereiche für Beiträge sind (nicht abschließend):

  • Innovative Lehr- und Lernformate in Präsenz, hybrid und online
  • Future Skills und Kompetenzentwicklung
  • Studiengangsentwicklung und Curriculumsdesign
  • Lernkulturen, Feedback und Prüfungspraktiken
  • Inklusive, diversitätssensible und barrierearme Hochschullehre
  • Lehrentwicklung und hochschuldidaktische Qualifizierung
  • Rolle von Kollaboration, Netzwerken und Peer-Learning
  • Gestaltung unterstützender Infrastrukturen für die Lehre
  • Strategien zur Förderung studentischer Partizipation und Mitgestaltung
  • Erfahrungen mit dem Einsatz von (digitalen) Materialien, Tools und Technologien

Einreichung von Beiträgen

Wir laden zu Einreichungen in Form von Vorträgen oder Demonstrationen von neuen Services und Produkten ein (Dauer: 10 Minuten). Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, ihre Abstracts (max. 4000 Zeichen) bis zum 30.09.2025 über unser Online-Formular einzureichen. Die Beiträge sollten klar den Bezug zum Tagungsmotto und den Themenschwerpunkten herausstellen.

August ’25: KI-News mit Prof. Paaßen

Im neuen Format „KI-News mit Prof. Paaßen“ informiert ORCA.nrw Lehrende über KI-Entwicklungen in der Hochschullehre. Neben den Trends und Fach-Informationen wird es in den Videos auch persönlich, Zuschauerinnen und Zuschauer können zudem Fragen einsenden, die vom Experten beantwortet werden.

DAS MATERIAL

Wohl kaum ein Thema im Bereich der Hochschullehre ist aktuell spannender und dynamischer als Künstliche Intelligenz. Klar, dass ORCA.nrw als Landesportal für Studium und Lehre die Entwicklungen im Blick hat und vor allem für Lehrende sinnvoll und verständlich aufbereiten möchte. Ein wichtiger Baustein ist dabei seit Neuestem das Videoformat „KI-News mit Prof. Paaßen“. In den alle sechs Wochen erscheinenden Beiträgen gibt Juniorprofessor Benjamin Paaßen von der Universität Bielefeld einen bunt gemixten Überblick über die fünf Rubriken: Neues aus der KI-Welt, Interessantes aus der KI-Forschung, Praxistipp, Meine Meinung sowie Frage aus der Community.

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Schon 2023 und 2024 hat ORCA.nrw jeweils ein Videoformat zum Thema „KI in der Hochschullehre“ produziert und veröffentlicht. Im Format „Kennt Ihr schon?“ kamen Experten aus verschiedenen Bereichen zu Wort, um Grundlagen zu KI und OER zu erläutern. In insgesamt zehn Videos wurden beispielsweise Potenziale und Risiken bei der Erstellung von Lehrmaterialien mithilfe von KI sowie rechtliche Aspekte beleuchtet. Darauf aufbauend entstand im vergangenen Jahr das Format „Könnt Ihr schon?“. Hier wurde es praktischer, die Experten erklärten, wie ein guter Prompt aussieht, wie man mit den erstellten Materialien weiterarbeiten kann und welche Rolle Metadaten spielen. Einer der Experten war dabei Benjamin Paaßen, der nun Host des neuen Formats ist.

ZIELSETZUNG

Die Videos sollen über Trends und wichtige Entwicklungen im Bereich KI in der Lehre informieren. Die Neuerungen sollen dabei für Lehrende erklärt und eingeordnet werden. Dazu soll die Reihe interaktiv sein: Über verschiedene Kanäle wie Workshops, LinkedIn oder E-Mail erreichen ORCA.nrw Fragen zum Umgang mit KI im Lehralltag. Zusammen mit Prof. Paaßen wird in jeder Folge eine dieser Fragen beantwortet.

ERSTELLER

Benjamin Paaßen ist Juniorprofessor für Wissensrepräsentation und Maschinelles Lernen an der Universität Bielefeld und Experte für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre. Für ORCA.nrw hat er 2024 zwei Videos zum Thema „KI und OER“ produziert. Aufgrund der hohen Nachfrage und der vielen positiven Reaktionen haben Prof. Paaßen und ORCA.nrw entschieden, die Zusammenarbeit fortzusetzen und auch künftig im regelmäßigen Format „KI-News“ über Entwicklungen zu KI in der Hochschullehre zu informieren.

Porträt von Benjamin Paaßen

PERSÖNLICHE NUTZUNGSEMPFEHLUNG

Benjamin Paaßen: „Richtig eingesetzt können KI-Systeme Hochschullehre unterstützen. Die Systeme, Modelle und Ansätze verändern sich aber schnell und den Überblick zu behalten ist schwierig. Deshalb möchten wir den aktuellen Stand von KI in der Hochschullehre regelmäßig und unaufgeregt für Lehrkräfte einordnen.“

Neue Adresse: ORCA.nrw-Geschäftsstelle direkt am Bochumer Hauptbahnhof

Die Geschäftsstelle von ORCA.nrw ist umgezogen: Ab sofort befinden sich die Büroräume des Landesportals in der Ferdinandstraße 13 in 44789 Bochum. Das Gebäude steht direkt hinter dem Bochumer Hauptbahnhof. Postalisch erreicht man ORCA.nrw weiterhin in der Universitätsstraße 150 in 44801 Bochum.

Wie schon in den vorherigen Räumlichkeiten arbeitet ORCA.nrw für einen gewinnbringenden Austausch auch in der Ferdinandstraße mit zwei weiteren wichtigen landesweiten Einrichtungen unter einem Dach. Die Geschäftsstelle der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW) sowie die der Koordinierungsinstanz Digitale Unterstützungsprozesse NRW (KDU.NRW) haben ihre Büroräume auf derselben Etage. Beide Einrichtungen sind wie ORCA.nrw an der Ruhr-Universität  Bochum angedockt.

Unterstützungsangebote von ORCA.nrw begeistern Studieninteressierte

ORCA.nrw war wieder vor Ort und hat an der Ruhr-Universität Bochum die Angebote zum Studieneinstieg vorgestellt. Am Tag für Studieninteressierte – „Inside RUB“ – informierten sich über 100 junge Menschen am Stand des Landesportals über die Online-Tests und Selbstlernkurse von ORCA.nrw, die beim Start ins Studium unterstützen. Nebenbei gab’s am neuen ORCA.nrw-Glücksrad kleine Preise zu gewinnen.

Besonders im Fokus waren am ORCA.nrw-Stand der WINT-check, mit dem man schnell und einfach die mathematischen Vorkenntnisse fürs Studium überprüfen kann, sowie der Online-Test Sprach- und Textverständnis, der in kurzer Zeit einen Überblick über die sprachlichen Kenntnisse liefert. Beide Unterstützungsangebote wurden nach einer kurzen Einführung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ORCA.nrw von den Studieninteressierten an der Ruhr-Universität Bochum ausprobiert. Die Tests sind dauerhaft unter „Starker Start ins Studium“ auf ORCA.nrw abrufbar.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Angebote so gut angenommen werden. Als Landesportal für Studium und Lehre sind wir regelmäßig auf Informationsveranstaltungen der nordrhein-westfälischen Hochschulen präsent, um mit Studieninteressierten in Kontakt zu treten und sie beim Einstieg ins Studium zu unterstützen. Das ist eine der Kernaufgaben von ORCA.nrw“, sagt Dr. Joachim Preusse, stellvertretender Geschäftsführer.

Physik-Brückenkurs neu dabei

Neben den wichtigen Bereichen Mathematik sowie Sprach- und Textverständnis bietet ORCA.nrw mit dem Selbsteinschätzungstest moveo und dem Online-Kurs Lernstrategien auch im Bereich Motivation und Lernstrategien Unterstützung. „Den Test habe ich gegen Ende meines Studiums gemacht. Das Ergebnis zeigt mir eindeutig, dass den richtigen Studiengang gewählt habe“, sagt Ay, Studentin der Romanischen Philologie und Spanisch. Ganz neu ist zudem der Online-Brückenkurs Physik, der viele interaktive Lernmodule in den Bereichen „Mechanik“, „Elektromagnetismus“, „Optik“ und „Wärmelehre“ enthält.

Alle Angebote sind digital und kostenfrei.

Markus Deimann beim 1. MOERFI Demo-Tag in München

ORCA.nrw war wieder unterwegs: Beim 1. MOERFI Demo-Tag in München durfte unser Geschäftsführer PD Dr. Markus Deimann nicht fehlen. Unter dem Titel „Plattformen, Portale und Perspektiven – Auf dem Weg zu einem OER-Ökosystem“ wurde sich über offene Bildungsinfrastrukturen ausgetauscht, Best Practices diskutiert und an zukunftsweisenden Lösungen gearbeitet.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz, der gemeinsam mit ORCA.nrw Mitglied im Kooperationsnetzwerk OER-förderliche Infrastrukturen und Dienste (KNOER) ist, sowie dem FWU Institut für Film und Bild gGmbH. Seit Jahresbeginn betreuen die beiden Organisationen das spannende Projekt MOERFI. Es steht für „Demo-Tage und Mapping von (OER-förderlichen) BildungsInfrastrukturen“. Ziel ist es, bestehende Infrastrukturen sichtbar zu machen, neue Entwicklungen aufzuzeigen und den Austausch zwischen Projekten, Plattformen und Personen zu fördern.

ORCA.nrw und to teach kooperieren für bessere Studienvorbereitung von Schülerinnen und Schülern

Die Bildungsplattform to teach und das Landesportal ORCA.nrw bündeln ihre Kräfte, um Schülerinnen und Schüler gezielter auf ein Hochschulstudium vorzubereiten. Der Grund: Zu viele junge Menschen starten voller Erwartungen ins Studium – und brechen frustriert wieder ab.

Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2025 zeigt ein deutliches Bild: Jeder vierte Studierende verlässt die Hochschule ohne Abschluss. Denn häufig fehlt es an Vorbereitung auf die Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens, an Lernstrategien und an Orientierung. Genau hier setzen to teach und ORCA.nrw an. Sie wollen Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe gezielt auf die Herausforderungen des Studiums vorbereiten – mit praxisnahen Materialien, digitalen Lernangeboten und direkter Unterstützung für Lehrkräfte. Bei ORCA.nrw finden sich Kurse und Selbsttests für Studienanfängerinnen und -anfänger, beispielsweise zu Themen wie Sprach- und Textverständnis, Mathematik und Lernstrategien. Um diese hochwertigen und qualitätsgesicherten Inhalte gezielt an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe heranzutragen und so eine optimale  Studienvorbereitung zu ermöglichen, integriert to teach diese in Arbeitsblätter für Lehrkräfte.

„Gemeinsam mit ORCA.nrw wollen wir Brücken bauen – zwischen Schule und Studium, zwischen Lehrkraft und Lernenden, zwischen Wissen und Anwendung“, erklärt Felix Weiß, Gründer und CEO von to teach. “Ziel ist es, Studienabbrüchen vorzubeugen und jungen Menschen einen erfolgreichen Übergang von der Schule an die Hochschule zu ermöglichen”, so Weiß.

Die Kooperation verbindet die Stärken beider Plattformen. Als Landesportal für Studium und Lehre ist ORCA.nrw die offizielle Anlaufstelle für über 600.000 Studierende und Lehrende in NRW, wenn es um digital gestütztes Lernen und Lehren geht. ORCA.nrw verfügt über ein umfangreiches Netzwerk aus 36 Partner-Hochschulen aus NRW sowie Bildungsplattformen aus weiteren Bundesländern. To teach wiederum hat einen direkten Zugang zu Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen. Die Plattform erreicht mit ihren digitalen Lehrmaterialien über 200.000 Lehrkräfte und 2.000 Schulen in fast 100 Ländern.

Joachim Preusse, stellvertretender Geschäftsführer von ORCA.nrw: „Den Übergang von der Schule zur Hochschule zu unterstützen, ist eine Kernaufgabe von ORCA.nrw. Mit unseren Online-Tests und Selbstlernkursen zu verschiedenen Fachbereichen wie Mathematik oder Sprach- und Textverständnis bieten wir qualitätsgeprüfte und kostenlose Unterstützung speziell für den Studieneinstieg. Jedes Semester aufs Neue wollen wir Studienanfängerinnen und -anfänger so einen starken Start ins Studium ermöglichen. Wir freuen uns, dass durch die Kooperation mit to teach nun noch zielgerichteter auch Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe von unseren Angeboten profitieren können.“

Digitale Materialien für einen erfolgreichen Übergang in die Hochschule

Speziell entwickelte Unterrichtsinhalte werden in weiterführenden Schulen deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz eingesetzt. to teach stellt dabei kostenfrei digitale Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte bereit – inklusive direkt einsetzbarer Arbeitsblätter, strukturierter Inhalte und begleitender Materialien von ORCA.nrw. Die Inhalte decken zentrale Kompetenzen ab, die für ein erfolgreiches Studium essentiell sind:

  • Wissenschaftliches Arbeiten: Grundlagen des Recherchierens, Formulieren von Fragestellungen, Zitieren, Paraphrasieren
    Zielsetzung:
    Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten grundlegende Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens: von der Themen- und Fragestellung über Literaturrecherche bis hin zu formalen Zitierregeln und Schreibprozessen.
     ➡ Zum Material
  • Stochastik – Laplace-Wahrscheinlichkeiten: Anwendung von Wahrscheinlichkeitsrechnung an praxisnahen Beispielen
    Zielsetzung:
    Die Schülerinnen und Schüler lernen zentrale Begriffe der Wahrscheinlichkeitsrechnung kennen und wenden die Laplace-Formel auf einfache Ereignisse an. Dabei unterscheiden sie verschiedene Ereignisarten und verstehen den Einfluss von Experimenten mit oder ohne Zurücklegen auf die Wahrscheinlichkeitsberechnung.
     ➡ Zum Material

  • Lernstrategien: Selbstreflexion, Problemlösungsansätze, Methodenkompetenz
    Zielsetzung:
    Dieses Arbeitsblatt dient dazu, Lernende für die Bedeutung effektiver Lernstrategien zu sensibilisieren und sie anzuleiten, persönliche Lernherausforderungen zu erkennen sowie passende Methoden zu deren Bewältigung kennenzulernen und anzuwenden.
     ➡ Zum Material

Die Unterrichtsmaterialien sind ab sofort als Open Educational Resources (OER) über to teach abrufbar. Ergänzende Materialien von ORCA.nrw sind direkt verlinkt.

Über to teach
To teach | thea GmbH ist ein EdTech-Startup, das sich auf den Einsatz generativer KI in der Bildung fokussiert und hochwertige Bildungsinhalte für Lehrkräfte auf Verlagsniveau anbietet. Ohne technologische Hürden oder Vorkenntnisse beim Umgang mit KI bietet die Plattform Hilfe bei der Unterrichtsplanung und -vorbereitung: Lehrkräfte können personalisierte Lernmaterialien und interaktive Übungsaufgaben basierend auf redaktionell erstellten Vorlagen mit nur wenigen Klicks erstellen. Themen und Inhalte für alle Schulformen und Fächer sind verfügbar, die sich am Lehrplan ausrichten und kontinuierlich erweitert werden. Ziel ist es, Lehrkräfte in ihrem Arbeitsalltag zu entlasten und allen Schülerinnen und Schüler ein optimales Lernumfeld sowie den Zugang zu hochwertigen, personalisierten Inhalten zu ermöglichen. Seit dem Schuljahresstart 2023/2024 nutzen bereits über 200.000 Lehrkräfte und 2.000 Schulen in fast 100 Ländern die Plattform. To teach wurde 2022 von Felix Weiß und Marius Lindenmeier in Stuttgart gegründet und ist seit Februar 2024 eigenständige Tochtergesellschaft der fobizz I 101skills GmbH. Das Unternehmen wurde Didacta-Startup des Jahres 2023, erhielt den Comenius EduMedia Award 2023 für digitale Bildungsmedien und war Finalist beim Global Edtech Startup Award 2023 für Deutschland und Österreich.

Austausch zu Openness und Vernetzung: ORCA.nrw trifft CDU-Landespolitiker Raphael Tigges

Die ORCA.nrw-Geschäftsführer PD Dr. Markus Deimann und Dr. Joachim Preusse haben einen besonderen Gesprächspartner begrüßen dürfen: Raphael Tigges, Landespolitiker der CDU und Sprecher des Wissenschaftsausschusses im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Im Mittelpunkt des konstruktiven Austauschs standen unter anderem die Bedeutung hochschulübergreifender Zusammenarbeit sowie die Möglichkeiten, den Openness-Gedanken – also den offenen Zugang u. a. zu Lernmaterialien – strukturell im Land zu verankern.

Raphael Tigges betonte: „Kooperation und Vernetzung zwischen den Hochschulen und der freie Zugang zu digitalen Lehr- und Lernmaterialien, wie ihn ORCA.nrw bietet, stellen einen zentralen Mehrwert für Studierende und Lehrende dar. Als Wissenschaftsland kann Nordrhein-Westfalen hiervon maßgeblich profitieren.“

ORCA.nrw plant, den Austausch mit dem Wissenschaftsausschuss fortzusetzen, um Impulse für eine offene, vernetzte Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen zu setzen. Zuletzt war Grünen-Politikerin Julia Eisentraut zu Gast in der ORCA.nrw-Geschäftsstelle, zuvor die SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Busche und Dr. Bastian Hartmann.

Neue Kurz-Review mit aktuellen KI-Themen aus rechtlicher Perspektive

Was gibt es aus rechtlicher Sicht Neues zur Digitalisierung der Hochschulen in NRW? Die neue Kurz-Review der ORCA.nrw-Rechtsinformationsstelle hat wie immer Antworten parat. Auf acht Seiten erhalten Lehrende eine Zusammenfassungen aus aktueller Literatur über Fälle und Rechtsprechungen aus den Feldern Datenschutzrecht, Urheberrecht sowie weiteren interessanten Bereichen.

In dieser Ausgabe werden zahlreiche Beiträge mit KI-Bezug beleuchtet. So geht es im Kapitel „Datenschutzrecht“ unter anderem um das Einbinden von KI-Systemen in Software, Datenschutz im Zeitalter von KI und KI-Agenten-Systeme. Zudem wird die Entwicklung des Urheberrechts im Jahr 2024 zusammengefasst oder auf Grenzen und Anforderungen der Content-Moderation auf sehr großen Online-Plattformen eingegangen.

Zur aktuellen Ausgabe der Kurz-Review der ORCA.nrw-Rechtsinformationsstelle