Page 11 - ORCA Magazin I 2026
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KI in der Lehre                                                                               11





























                            Felix Flüß (2.v.r.) und Mert Büyüktüfekci (rechts) können auf die Unterstützung weiterer Studierender zählen.
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               die Entwicklung von Konstruktionszeichnungen, Ma-  eigenständig und kritisch zu gestalten. Offenheit und
               terialstudien und sogar für die Recherchearbeit. Im   Transparenz sind wichtig: Alle Prompts werden doku-
               Zentrum des Projekts steht die Frage: Wie kann KI die   mentiert, die Ergebnisse sind nachvollziehbar. Daten-
               Studierenden dabei unterstützen, ihre eigenen archi-  schutz und ethische Fragen wurden offen diskutiert,
               tektonischen Vorstellungen präziser und schneller zu   und die Studierenden konnten auch mit Open-Source-
               visualisieren  –  und  dabei  die  analoge  Erfahrung  des   Tools arbeiten.
               Stadtraums mit digitalen Möglichkeiten verbinden?
                                                                 Die Resonanz war enorm: Für das Wahlpflichtfach mel-
               Im Projekt wird dabei eindrucksvoll gezeigt, wie KI die   deten sich dreimal so viele Studierende wie Plätze vor-
               Architekturlehre demokratisieren kann: Hochwertige   handen waren. Die Neugier und Experimentierfreude
               Visualisierungen, die früher teuren Architekturbüros   sind groß – und die Ergebnisse beeindrucken nicht nur
               vorbehalten  waren,  entstehen  nun  am  eigenen  Lap-  die  Lehrenden.  Im  Sommersemester  als  Wahlpflicht-
               top. Die Studierenden lernen nicht nur gute Zeichnun-  kurs gestartet soll das ki.StadtLabor zukünftig Teil der
               gen zu erstellen, sondern vor allem gute Entwürfe zu   Pflichtmodule sein. Das ki.StadtLabor zeigt, wie KI die
               erkennen und kritisch zu reflektieren. Die KI wird als   Kompetenzen in der Architekturlehre verschiebt: weg
               „Enabler“ verstanden – sie schärft die Vorstellungs-  vom reinen Zeichnen, hin zur kritischen Auswahl, Re-
               kraft und fördert neue Ideen, ersetzt  aber nicht die   flexion und zum kreativen Umgang mit digitalen Werk-
               Kreativität. Die Reflexion bleibt zentral: Jeder Studie-  zeugen. Die Studierenden werden zu aktiven Gestal-
               rende dokumentiert die Entwurfsentscheidungen und   ter*innen, die KI als Partner nutzen, um ihre eigenen
               den KI-Einsatz. Die Maschine übernimmt nicht die Ar-  Ideen zu verwirklichen – und dabei die Stadt von mor-
               beit, sondern befähigt die Studierenden, ihre Konzepte   gen mit neuen Mitteln zu denken.


               Fazit


               Die Beispiele aus Münster und Dortmund zeigen: Künstliche Intelligenz kann die Hochschullehre bereichern,
               wenn sie gezielt, verantwortungsvoll und im engen Austausch mit den Studierenden eingesetzt wird. Ob als
               Lernassistent, Chatbot oder kreativer Entwurfspartner – KI-Systeme eröffnen neue Wege für individuelles Ler-
               nen, fördern die Selbstständigkeit der Studierenden und entlasten Lehrende. Entscheidend bleibt, die Potenziale
               und Grenzen der Technologie kritisch zu reflektieren und die Weiterentwicklung gemeinsam zu gestalten.

                                                                                 Projektvorstellung.
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