Page 16 - ORCA Magazin I 2026
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Mikroformate, wie etwa Kurzimpul-
se aus der Lehre, themenbezogene
Auszeichnungen oder Co-Teaching-
Angebote, deutlich besser angenom-
men werden.
Die Fallarbeit hat deutlich gemacht:
Zwischen strategischem Anspruch
und operativer Wirklichkeit klafft
eine Lücke und diese lässt sich nicht
durch mehr Technik, sondern durch
gezielte Organisationsentwicklung
schließen. Es braucht Formate, die
auf Kontexte reagieren, institu-
tionelle Hürden ernst nehmen und
Kooperation über Zuständigkeits-
grenzen hinweg ermöglichen. KI ist
dabei nicht das Problem, sondern der
Prüfstein für Steuerungsfähigkeit,
Kommunikationskultur und Lernbe- Markus Deimann ist seit 2021 Geschäftsführer von ORCA.nrw.
reitschaft innerhalb der Hochschulen. © RUB/Katja Marquard.
Trotz der Vielfalt an Fällen in der kollegialen Bera- Einer der spannendsten Programmpunkte des KI-Labs
tung kristallisierten sich folgende gemeinsamen Pro- war ein Workshop zur Frage, wie KI-Agenten in der
blemlagen heraus: Hochschulbildung eingesetzt werden könnten. Nicht
als abstrakte Zukunftsvision, sondern als konkrete
• Fragmentierte KI-Aktivitäten: Viele Hochschulen technische und didaktische Option.
berichten von unkoordinierten Einzelinitiativen
(„KI-Experimente“), die nur schwer in eine Ge- Geleitet wurde der Workshop von zwei erfahrenen
samtstrategie überführt werden können. Impulsgebern, die ein differenziertes Verständnis ver-
mittelten: Was unterscheidet einen KI-Agenten von
• Governance- und Infrastrukturfragen: Es fehlt einem klassischen Workflow? Während Workflows
an verlässlichen Rahmenbedingungen für Daten- klar definierte Abläufe haben, reagieren KI-Agenten
schutz, Urheberrecht, Rollenverteilung und Res- dynamisch auf das, was ihnen begegnet, d. h. sie ver-
sourcen, besonders bei lokalen LLMs, RAG-Archi- folgen autonom gesetzte Ziele und greifen dabei auf
tekturen oder KI-Agenten. verschiedene Komponenten wie große Sprachmodel-
le, externe Dienste (z. B. Kalender oder Datenbanken)
• Fehlende institutionelle Verankerung: Weder in und Speicherzugriffe zurück.
Zielvereinbarungen, noch in Curricula oder Wei-
terbildungsprogrammen sind KI-Kompetenzziele Die Frage war für uns im Workshop: Welche Prozes-
flächendeckend integriert. se an Hochschulen könnten durch Agenten produktiv
transformiert werden?
• Niedrige Wirksamkeit bestehender Formate: Vie-
le Angebote (z. B. Barcamps, offene Sprechstun- Vier Ansatzpunkte wurden identifiziert, bei denen KI-
den) erreichen Lehrende nicht oder nur punktuell. Agenten einen echten Mehrwert liefern könnten:

