Page 14 - ORCA Magazin I 2026
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            Drei Tage KI-Lab:


            ein Plädoyer für kleine Lösungen




























                                    Austausch garantiert: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des KI-Lab in Münster.  © HFD


          von Markus Deimann                               In der Bahn blättere ich noch mal durch meine Unterla-
                                                           gen. Kollegiale Fallberatung, Workshop, Use Cases für
          Am 21. Juli 2025 sitze ich im ICE 944 Richtung Müns-  KI-Agenten, individuelle Roadmaps. Was mich erwar-
          ter, wir haben ca. 45 Minuten Verspätung und ich wer-  tet, ist kein Hackathon und auch keine Konferenz. Son-
          de in Hamm meinen Anschlusszug verpassen.        dern:  ein  Möglichkeitsraum.  Eine  Werkstatt  für  das,
                                                           was Hochschulen ausmacht, wenn sie ernsthaft mit KI
          So beginnt mein Weg zum ersten KI-Lab des Hoch-  arbeiten wollen – jenseits von Buzzwords.
          schulforums  Digitalisierung  (HFD).  In  Münster  tref-
          fen sich Vertreter:innen aus Hochschulen im ge-  Angeboten und veranstaltet wurde das KI-Lab vom
          samten deutschsprachigen Raum, um gemeinsam an   HFD. Ziel ist es, Hochschulakteur:innen mit Interesse
          strategischen Fragen rund um KI in der Hochschulbil-  und/oder Verantwortung für den Umgang mit KI in Stu-
          dung zu arbeiten.                                dium und Lehre zusammenzubringen – nicht im Sinne
                                                           von Präsentationen, sondern im Format eines „lernen-
          Es ist eine Reise, die schon einige Wochen zuvor, im   den Labors“.
          Frühsommer 2025 begonnen hat, mit zwei digitalen
          Vorbereitungstreffen, einem Workbook, Fallkar-   Das Besondere: Im Zentrum des Labs stehen konkrete
          ten auf einem gemeinsamen Miro-Board und einem   Fallbeispiele aus dem Hochschulalltag. Diese wurden
          KI-Reifegradmodell zur Selbstverortung – das alles   bereits  vorab  durch die  Teilnehmenden  eingebracht
          diente der inhaltlichen und methodischen Einstim-  und in kleinen Gruppen vorbereitet. So entstand ein
          mung. Die Einladung war klar formuliert: „Kommt   kuratiertes Beratungssetting, das viel stärker auf ge-
          mit echten Problemen, nicht mit Hochglanzstrate-  genseitiges Lernen, kollegiale Reflexion und praktische
          gien.“                                           Anschlussfähigkeit setzt als klassische Konferenzen.
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