Page 17 - ORCA Magazin I 2026
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KI-Lab                                                                                        17



               1.  Automatisierte Eingangsverarbeitung von Infor-  Routineaufgaben. Auch in den Diskussionen im Lab
                   mationen (z. B. Bewerbungen, Prüfungsanmeldun-  kristallisierte sich heraus, dass der didaktische Mehr-
                   gen)                                          wert klar im Vordergrund stehen sollte.


               2.  Regelmäßige  Überprüfungen  (z. B.  Fortschritts-   Für mich persönlich war das KI-Lab ein ermutigendes
                   kontrollen bei Studienverläufen)              Format, weil es gezeigt hat, wie viel Potenzial in kolle-
                                                                 gialer Beratung und institutionenübergreifendem Ler-
               3.  Daten-Synchronisation  zwischen  Systemen  (z. B.   nen steckt. Viele der besprochenen Ansätze, etwa zur
                   zwischen Campus-Management und Lernplattfor-  Nutzung von Agententechnologie oder zur Veranke-
                   men)                                          rung von AI-Literacy, bieten auch für das Landesportal
                                                                 ORCA.nrw wertvolle Anknüpfungspunkte. Der Aus-
               4.  Erweiterung manueller Prozesse durch Agenten-  tausch hat deutlich gemacht: Der Umgang mit KI in der
                   unterstützung  (z. B.  personalisiertes  Feedback,   Hochschule ist kein rein technisches Projekt, sondern
                   Terminvereinbarungen, Beratungsvorbereitung)  eine Gestaltungsaufgabe, die Strategie, Kommunika-
                                                                 tion und Haltung miteinander verbindet.
               Dabei  zeigte  sich,  dass  Agenten  nicht  bloß „smarte
               Assistenten“ sind, sondern neue Organisationslogiken
               herausfordern,  etwa  wenn  ein  Agent  zwischen  Lehr-  Weitere Informationen:
               veranstaltung, Prüfungsamt und Studienberatung
               vermittelt. Das wirft nicht nur technische Fragen auf,
               sondern auch solche der Verantwortung, des Daten-
               schutzes und der Governance.


               Gleichzeitig  wurde  deutlich:  Der  Einsatz  solcher
               Technologien ist kein Selbstzweck. Vielmehr kann die
               Auseinandersetzung mit Agenten pädagogische Re-
               flexionsprozesse  anstoßen,  zum  Beispiel  zur  Indivi-
               dualisierung von Lernpfaden oder zur Entlastung von












                                  Zur Person.
                                  PD Dr. Markus Deimann




               Markus Deimann ist Privatdozent für Medienpädagogik und Erziehungswissenschaft. Er forscht seit vielen Jah-
               ren zu Open Education, digitalen Bildungsinfrastrukturen und den Folgen der Digitalisierung für Bildung und
               Hochschulen. Als Geschäftsführer von ORCA.nrw verantwortet er den Aufbau und den Betrieb eines landes-
               weiten Service- und Vernetzungsportals für die öffentlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen.







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